Orthojournal.

Dr. Ralph Paloncy, Facharzt für Orthopädie, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Orthopädie im ZAR

Dr. Ralph Paloncy, Facharzt für Orthopädie, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Orthopädie im ZAR

Gemeinsam gegen den Teufelskreis Schmerzen

Bayerische Zentren für ambulante Rehabilitation (ZAR)

Die bayerischen Zentren für ambulante Rehabilitation (ZAR) Regensburg und München haben eines gemeinsam: Beide Zentren führen große Abteilungen für Orthopädie und Traumatologie,  geleitet von den Fachärzten Dr. Ralph Paloncy (Regensburg) und Dr. Tobias Riedel (München), die Patienten gemeinsam mit einem multiprofessionellen Therapeutenteam über einen Zeitraum von mehreren Wochen ganztägig ambulant betreuen.

Die meisten Patienten bedürfen einer rehabilitativen Behandlung wegen degenerativ bedingter Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankungen. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um arthrotische, im Alter überaus häufige Knorpelveränderungen der stark belasteten Bereiche der Knie und der Hüften oder eben der Wirbelgelenke. Mechanische Fehlbelastungen durch Knorpelabrieb, Achsabweichungen und Überlastungen von Sehnen und verkürzten Muskeln verstärken nicht nur Schmerzen, sondern lassen durch Entzündungen der Gelenkschleimhaut auch Schwellungen im und um die Gelenke entstehen. Ein Teufelskreis entsteht, der durch die schädliche Veränderung der Gelenkflüssigkeit und der Veränderung der Schleimhaut neben Überwärmung, Rötung und schmerzhafter Funktionseinschränkung den Patientenalltag bestimmen kann.  Nicht nur die Arthrose, sondern auch rheumatologische Erkrankungen, Infekte oder Überlastungen beim Sport oder im Beruf können entzündliche Gelenkveränderungen in Gang setzen. Behandlungen wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Therapien im Wasser können Linderung verschaffen. 

Häufige Indikation für eine medizinische Rehabilitation ist auch der Zustand nach TEP (Totalendoprothese), also nach dem Einsatz eines künstlichen Gelenkes, meistens Knie- oder Hüftgelenk. Während der Rehabilitation lernt der Patient mit Gymnastik und Übungen der Sporttherapie, sich mit der Prothese zu bewegen, insbesondere sicher zu gehen. Eine weitere orthopädische Indikation für rehabilitative Maßnahmen gibt es nach Umstellungs-Operationen, wenn also beispielsweise bei X- oder O-Beinen oder bei anatomisch ungünstiger Winkelstellung des Hüftgelenks, Knochen durchtrennt und in einer günstigeren Positionierung zusammengefügt wurden.
Zum Reha-Programm der Orthopädie gehören auch die Folgen von Unfällen und Sportverletzungen, bei denen der Bewegungsapparat in Mitleidenschaft gezogen wurde, akute und chronische Schmerzerkrankungen der Wirbelsäule und der Bewegungsorgane (Bandscheibenvorfall), Rückenschmerzen, die Einengung des Spinalkanals, das so genannte Wirbelsäulen-Schmerz-Syndrom und die bei den Frauen nach der Menopause weit verbreitete Osteoporose.
Gerade bei entzündlichen Erkrankungen spielt die Physiotherapie eine wichtige Rolle. Sie bildet mit ihrem umfassenden Gruppenangebot (Rückenbasis-, Rumpf-, Schulter-, Halswirbelsäule-, Eigentrainings-, Gang- und Koordinationsgruppen und neurologische Indikationsgruppen), der breit gefächerten Einzeltherapie, sowie Anwendungen aus dem Massagebereich (inklusive Hydrojet) und der Elektrotherapie einen maßgeblichen Bestandteil der ambulanten Rehabilitation.

Das Spektrum der Behandlungstechniken umfasst neben den verschiedenen Richtungen der Manualtherapie auch neurophysiologische Zusatzausbildungen wie das Bobath-Konzept oder PNF, die Perfetti-Methode, Cranio-sacrale Therapie, funktionelle Bewegungstherapien und anderes mehr. Die Masseure beherrschen die Techniken der klassischen Massage, Fußreflexzonenmassage, Bindegewebsmassage, Akupressur, alle Formen der Hydro-, Thermo- und Elektrotherapie, sowie die manuelle Lymphdrainage.
Die Physiotherapie wirkt durch passive Techniken (Drehungen und Gelenkmobilisation), aktive körperliche Bewegungsübungen und physikalische Maßnahmen bei Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems und neuraler Strukturen (thermische Reize, Druck, Strahlung, Elektrizität). Unterstützend werden Hilfsmittel wie Orthesen, Bewegungsschienen, Schlingentisch, Tapings und anderes genutzt. Ziel ist stets die Behebung, Minderung oder Kompensation von Funktionseinschränkungen, akuter Symptomatik und Schmerzen, aber auch die Beeinflussung von sensomotorischen Funktions- und Entwicklungsstörungen sowie Funktionsstörungen der inneren Organe. Sie hilft, die Gesundheitskompetenz zu verbessern sowie Eigen- und Selbständigkeit zu fördern.

In Zusammenarbeit mit anderen  Fachabteilungen, zum Beispiel der medizinischen Trainingstherapie, wird gemeinsam mit dem Patienten ein Rehabilitations-Ziel erarbeitet. Dieses basiert auf dem Aufnahmebefund, den akuten Beschwerden und Funktionseinschränkungen, der speziellen Physiognomie und eventuellen Schwachstellen des Halte- und Bewegungsapparates (z.B. Skoliosen, Beinlängendifferenz, Haltungsschäden). Bei der Festlegung der Nah- und Fernziele werden Gewohnheiten und Belastungen des Patienten im Alltag und am Arbeitsplatz miteinbezogen. Rehabilitation in den ZAR heißt nicht nur „konsumieren“,  sondern auch „gestalten“, so die beiden Ärzte Dr. Paloncy und Dr. Riedel, die sich sicher sind, dass Genesungsziele nur mit aktiver Hilfe der Patienten zu erreichen sind.

Nicht weniger wichtig ist bei Patienten mit entzündlichen Erkrankungen die Ergotherapie. Bei der Befunderhebung geht es zunächst darum,  Möglichkeiten und Grenzen des Patienten bezüglich Motorik, Sensibilität, Selbständigkeit im Alltag sowie Fähigkeiten und Einschränkungen im Zusammenhang mit der beruflichen Wiedereingliederung zu erfassen.

Schwerpunkte der Ergotherapie

Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, Belastbarkeit und Sensibilität der oberen Extremitäten

Training von Alltagsaktivitäten wie Strümpfe anziehen, Einstieg in die Badewanne und Ähnliches

Trainingsgruppe „Fit am Bildschirm“ für Menschen, die im Büro am PC arbeiten

Verbesserung der Feinmotorik

Beratung und Erprobung rückengerechten Verhaltens am Arbeitsplatz

Beratung und Training zum Gelenkschutz

Prothesentraining nach Amputationen

Bei der Entstehung und Behandlung entzündlicher Erkrankungen spielt oftmals die Ernährung eine große Rolle. Die Ernährungsberater der ZAR geben daher in Seminaren und Einzelberatungen Hinweise und Hilfestellungen. Dabei werden Ernährungsgewohnheiten betrachtet und Hinweise für eine verbesserte Auswahl der Lebensmittel gegeben,  wenn zum Beispiel Osteoporose, multiple Sklerose, Gastritis, Rheuma , Über- oder Untergewicht oder Krankheiten wie Verdauungsstörungen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder andere vorliegen. Damit es nicht allein bei der Theorie bleibt, wird in der Lehrküche in kleinen Gruppen auch gekocht und gegessen. Es sind unkomplizierte, schnell machbare Gerichte, die jeder auch zu Hause  qualitätvoll herstellen kann.


Dr. Ralph Paloncy im Internet:
www.zar-regensburg.de